
Melanie Thierry
Im Bereich der Werbung gibt es etliche Grundregeln. Eine dieser goldenen Regeln besagt, dass selbst schlechte PR durchaus ihren Zweck erfüllen kann. Beim Modehaus Yves Saint Laurent mag man dieser Tage vielleicht darauf hoffen, dass dieser Satz auch weiterhin zutrifft.
Denn die britische Werbeaufsicht hat sich dazu entschieden, den TV-Spot für das neue Parfum „Belle d’Opium“ nicht weiter für den britischen TV-Markt zuzulassen. Der Spot scheint den Aufsehern schlicht zu heiß zu sein. Dabei waren es nicht die üblichen Kontrollen, in deren Verlauf es zur Sperrung des Beitrags kam. Vielmehr hatten sich mehrere Zuschauer bei der Aufsicht über den Spot beschwert.
Umstrittene Werbeaussage des Spots
Ob dieses Verbot berechtigt ist, muss jeder Betrachter für sich entscheiden. Richtig ist, dass es im Yves Saint Laurent-Spot durchaus heiß her geht.
Engagiert hatte man die zauberhafte französische Schauspielerin Melanie Thierry. Sie tanzt alles andere als zurückhaltend zu treibenden Trommel-Klängen. Allzu freizügig gibt sich Thierry aber nicht. Sie trägt zwar ein sexy Kleid und tanzt lasziv mit geschlossenen Augen zur Musik.
Der Aufhänger für die Proteste ist eher im Slogan des Spots zu sehen. Am Ende der Werbung sagt die Darstellerin den umstrittenen Satz„Ich bin deine Sucht, ich bin Belle d’Opium“. In den Augen der Aufsichtsbehörde ist dies ein Problem. Die Kritiker sehen in dem Satz eine zu deutliche Anspielung auf einen möglichen Drogenkonsum, wie aus einer Pressemeldung des Unternehmens Yves Saint Laurent zu entnehmen ist. Im Hause YSL Beauté kann man die Kritik nicht wirklich verstehen. Vielmehr zeigt man sich bestürzt über die fälschliche Interpretation.
Keine ähnlichen Wirkungen bei Vorführungen in Frankreich
Bedenkt man in diesem Kontext, dass Belle d’Opium der Nachfolger des Erfolgsprodukts „Opium“ sein soll, ist das Dilemma für die Marke verständlich. Anspielungen auf Drogen wollen schlicht nicht zur Marke passen, denn auch die Zielgruppe ist mit Botschaften dieser Art nicht vereinbar. Dem Hersteller selbst ging es eher um den Aspekt der Sinnlichkeit zu betonen. Zumal auf den französischen Markt keine vergleichbaren Proteste zu vernehmen waren. Dort hatte man den Spot vorab getestet und sich über das positive Feedback der Konsumenten freuen dürfen.