Der französische Modedesigner und Kostümbildner Jean Patou wurde im Jahr 1880 in Caen, Frankreich, geboren. Er galt als einer der bedeutendsten Designer des 20. Jahrhunderts, der bis zu seinem Tod am 23. Mai 1936 in Paris erfolgreich und bekannt gewesen war.
Er kam als Sohn eines Ledergerbers zur Welt und absolvierte nach der Schule eine Ausbildung als Kürschner bei seinem Onkel. Später zog er nach Paris um und gründete dort sein eigenes kleines Mode-Atelier unter dem Namen „Maison Parry“. Schon damals entsprachen die von ihm entworfenen Kollektionen der aktuellen Mode und dem europäischen und amerikanischen Stil der Zeit. Sie begeisterten zugleich durch elegante Zeitlosigkeit und dezenten Luxus.
Während des Ersten Weltkrieges musste Jean Patou an die Front. Er kämpfte als Kapitän in der Schlacht von Gallipoli und hielt sich nach einer Zeit im Lazarett in Belgien auf, wo er bis Ende des Krieges verweilte. Als er schließlich wieder nach Paris zurückkehrte, eröffnete er 1919 abermals seine Boutique – dieses Mal unter seinem eigenen Namen. Der Erste Weltkrieg konnte seine Erfolge nicht mindern – schnell fand er wieder reiche und namhafte Kundschaft, die sich vorwiegend aus Schauspielerinnen, Sängerinnen und anderen Wohlhabenden zusammensetzte. Sein Monogramm „J.P.“ zierte seine Kollektionen, was ihm später andere Designer nachahmten. Er entwarf 1920 eine erste Sportkollektion. Diese wurde bei den Tennisweltmeisterschaften im englischen Wimbledon zum absoluten Renner. Die damals weltweit führende Tennisspielerin Suzanne Lenglen war in der Kollektion von Jean Patou auf den Platz gegangen und zog damit alle Blicke auf sich. Neben Mode kreierte Jean Patou fortan auch zahlreiche Düfte, die in Zusammenarbeit mit dem namhaften Parfümeur Henri Alméras entstanden. Bekannte Parfüms des Designers waren unter anderem Amour Amour (1925) und Joy (1930). Joy gilt nach Coco Chanel als das meist verkaufte Parfüm der Welt.
Jean Patou verstarb an einem plötzlichen Herztod im Jahr 1936. Seine Schwester Madeleine führte das Unternehmen von diesem Zeitpunkt an mit ihrem Ehemann Raymond Barbas weiter. Bis heute befindet sich das Unternehmen in Familienbesitz.