Die Drogeriemarkt-Kette Schlecker ist in ihrer Branche europaweit Marktführer. Bereits seit dem Jahr 1975 ist das von Anton Schlecker ins Leben gerufene Unternehmen aktiv und hat seinen Hauptsitz in Ehingen. Neben den Drogerie-Geschäften gehören auch ein Versandhandel, Bau- und Möbelmärkte, sowie der Onlineshop „Schlecker Home Shopping“ und ein Versandkatalog zu den Geschäftsbereichen des Unternehmens.
Der Firmengründer hatte vor seiner Selbstständigkeit im väterlichen Metzgeriebetrieb mitgearbeitet, die acht Filialen unterhielt. In Kirchheim unter Teck eröffnete Schlecker 1974 seinen ersten Drogeriemarkt – nur drei Jahre später umfasste das Unternehmen bereits mehr als 100 Drogerie-Geschäfte. Im Jahr 1984 war die Zahl der Filialen bereits auf über 1.000 angestiegen. Nach Anzahl der Niederlassungen war Schlecker bereits zu diesem Zeitpunkt bundesweiter Marktführer. Die Expansion von Schlecker schritt kontinuierlich voran, sodass bis zum Jahr 1994 bereits 10.000 Niederlassungen unterhalten wurden. Seit 1987 ist Schlecker auch im Ausland aktiv. Der erste ausländische Markt war Österreich, 1989 folgten Filialen in Spanien und den Niederlanden. Anfang der 90-er Jahre gelang Schlecker der Markteintritt in Frankreich, nach das französische Unternehmen Superdrug übernommen worden war. Später kamen Niederlassungen in Italien, Polen, Dänemark, Tschechien, Ungarn und Portugal hinzu. Die Erfolge in den Expansionsgebieten waren jedoch nur mäßig – lediglich in Österreich und Spanien kann Schlecker ein nennenswertes Geschäft erzielen.
Schlecker weitete seine Geschäftstätigkeit in den vergangenen Jahren nicht nur durch eine steile Expansionsstrategie aus, sondern auch durch Übernahmen anderer Drogerieketten wie die tschechische „Droxi“ oder die idea-Drogeriekette, die zuvor der Rewe Group angeschlossen war. 2007 gelang es Schlecker, den Konkurrenten „Ihr Platz“ zu übernehmen, der mit 700 Filialen aufwartete. Die Geschäfte werden unter dem ursprünglichen Namen weitergeführt, auch einige Schlecker-Niederlassungen wurden auf „Ihr Platz“ umfirmiert.
Schlecker zeichnete sich lange Zeit durch besonders günstige Preise und ein flächendeckendes Filialnetz aus. 2007 jedoch wurden 200 Filialen geschlossen, die sich als besonders unrentabel erwiesen haben. Das Unternehmen arbeitet derzeit daran, den bestehenden Filialen ein neues Image zu verpassen und sich der aktuellen Marktlage anzupassen.
Erfolgreich vertreibt Schlecker sein Sortiment auch über den unternehmenseigenen Onlineshop „Schlecker Home Shopping“. Seit dem Jahr 2000 können über 100.000 Artikel über das Internet bezogen werden, die gleichzeitig auch in einem Katalog präsentiert werden.
Das Unternehmen wird in Form einer Einzelunternehmung geführt, bei dem der Firmeninhaber mit seinem Privatvermögen haftbar ist. Rund 52.000 Mitarbeiter sind bei Schlecker beschäftigt, womit der Betrieb die größte Drogeriemarkt-Kette weltweit darstellt. Allerdings stand der Konzern schon mehrmals in der Kritik der Öffentlichkeit und Gewerkschaften, da die Arbeitsbedingungen schlecht und unmenschlich gewesen sein sollten.
Über 14.000 Schlecker-Märkte sind in Deutschland und Europa zu finden – die meisten davon in Deutschland, Spanien und Österreich. Neben den Schlecker-Geschäften existieren auch fünf SB-Warenhäuser, die in Ehingen, Göppingen, Geislingen an der Steige, Neu-Ulm und Schwäbisch Gmünd vorzufinden sind.
Hauptkonkurrenten in der Drogeriebranche sind die Unternehmen dm-drogerie markt, Rossmann sowie Müller.